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Dienst Nobelpreisträgertagungen in Lindau 25.06-01.07 und 23.08-27.08.11

Dienst Nobelpreisträgertagungen in Lindau 25.06-01.07 und 23.08-27.08.11
Bill Gates in Lindau bei seiner Aufnahme in den Ehrensenat und nachfolgender Diskussion (erste Tagung)
Dienst Nobelpreisträgertagungen in Lindau 25.06-01.07 und 23.08-27.08.11
Countess Bettina Bernadotte, Christian Wulff und Wolfgang Schürer (zweite Tagung)
Dienst Nobelpreisträgertagungen in Lindau 25.06-01.07 und 23.08-27.08.11
Brigitte, Jürgen und Ling-Ling auf der Blumeninsel Mainau am Ende der zweiten Tagung

Nobelpreisträgertagungen vom 25. Juni bis 01. Juli 2011 Medizin und Physik sowie Wirtschaftswissenschaftliche Tagung vom 23. bis 27 August 2011                                     

 

Wie in den vergangenen Jahren auch, konnten wir den Sanitätsdienst bei der Nobelpreisträgertagung im Juni für die Mediziner/Chemiker übernehmen. Durchaus eine Herausforderung, da die Veranstaltung bereits am Samstagabend beginnt und durchgehend bis zum Freitag andauert. Insgesamt nehmen an dieser Veranstaltung 23 Nobelpreisträger und 583 Studenten aus 80 Ländern teil. Den Dienst teilten sich auf: Charly, Michael Z., Sandra K. , Brigitte K., Daniel L., Florian St., Jürgen, Angela v.K., Dominik.

 Der erste Abend (Samstag) gestaltete sich sehr angenehm. Eine Schifffahrt mit unserer Ministerin Frau Dr. Schavan und Ihren geladenen Kollegen zusammen mit ausgewählten Studenten mit dem Motorschiff Lindau von 19.00 bis 23.00 Uhr. Angenehmes Ambiente, kurze Ansprachen und genügend Zeit für gemeinsame Gespräche und die Aussicht auf den See und das Festland.

Am Sonntag beginnt die Tagung dann richtig. Die Eröffnungsveranstaltung in der Inselhalle mit viel Prominenz und Bill Gates als Ehrengast. Im Rahmen der Eröffnungsfeier wurde er und Martin T. Engström in den Ehrensenat der Nobelpreisstiftung aufgenommen. Die Veranstaltung ist ohne besondere Vorkommnisse abgehalten worden.

Montag beginnen die Referate der Nobelpreisträger in der Inselhalle um 09.00 Uhr. Diese dauern dann bis ca. 12.30 Uhr. Die Preisträger berichten über Ihre Erfindung und stehen den Studenten für Fragen Rede und Antwort. Nach einer kurzen Mittagspause mit Essen im großen Cateringzelt geht es nachmittags in verschiedenen Räumen, verteilt über die ganze Insel in kleinen Gruppen weiter. Hier hat sonst niemand Zutritt, damit der familiäre Rahmen für den Informationsaustausch nicht gestört wird. Hier nahmen wir mit unseren Notfall KTW einen Standort nahe dem Offizierscasino ein und warteten die Veranstaltungen ab. Abends gab es in der Inselhalle das sogenannte „get together“, es treffen sich die Studentinnen und Studenten zum kennenlernen. Unterstützt wird dies durch eine Polonaise, wo sich die aufgereihten Schlangen der Damen und Herren auf der Bühne treffen, die Herren Ihrer gegenüberstehenden Dame eine Blume überreichen und zum Tanz gehen.

Dienstag setzen sich die morgendlichen Referate weiter fort, nach dem Mittagessen wieder Aufteilung in die Verschiedenen Räumlichkeiten auf der Insel mit Ende gegen 17.00 Uhr. Heute mussten wir eine Studentin zur Abklärung ins Krankenhaus einliefern lassen. Für den Abend ist dann „Grill & Chill vorgesehen. Hierfür konnte die Bevölkerung Lindaus Eintrittskarten erwerben um zusammen mit den teilnehmenden Studenten auf der Wiese im Toskanapark bei Essen und Trinken ins Gespräch zu kommen. Eine sehr gelungene und gute Veranstaltung.

Mittwoch gab es wieder die morgendlichen Referate/Diskussionen in der Inselhalle gefolgt von den nachmittäglichen kleinen Diskussionen. Auch heute war wieder eine Patientin zur Abklärung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Immer wieder kleinere Versorgungen mit Pflaster. Am  Abend,  konnte wer wollte, ein Konzert im Stadttheater besuchen.

Donnerstag morgendliche Vorträge der Laureaten gefolgt von Diskussionen in unterschiedlichen Räumlichkeiten auf der Insel. Der Abend hält dann eine besondere Veranstaltung bereit. Der Bayerische Abend finanziert vom Elitenetzwerk Bayern ist bei allen eine sehr beliebte Geschichte. Nach kurzer Eröffnungsansprache und noch zwei Präsentationen der Forschungsberichte durch Studenten geht es in den gemütlichen Teil über. Bayerische Blasmusik und eine Trachtengruppe sorgen für Stimmung, Bayerische Brotzeit und Bier ebenso. Speziell die Asiatischen Teilnehmer sind wie in den Jahren davor fasziniert und schunkeln/tanzen/Schuhplatteln mit. Auch die Digitalen Kameras laufen heiß. Jede und Jeder will mit einem Trachtler fotografiert werden. Eine schöne Völkerverbindende Veranstaltung.

Freitagmorgen geht es schon früh los. Um 07.30 sollen sich alle am Hafen einfinden, um mit dem außergewöhnlichstem Schiff auf dem Bodensee, der Sonnenkönigin auf die Mainau zu fahren. Während der Schifffahrt bleibt genügend Zeit, damit sich der Sponsor Baden Württemberg und verschiedene Firmen präsentieren können. Nach der Ankunft auf der Mainau gibt es eine Begrüßung durch Gräfin Bettina mit anschließender Paneldiskussion auf dem Platz neben dem Schloss. Danach freie Verfügung für alle, leider beginnt es etwas zu regnen. Aber die Ausstellung „Gesundheit“ konnte von den meisten doch besucht werden. Um 17.00 Uhr legte dann die „Sonnenkönigin“ wieder Richtung Lindau ab und der Tag durfte ganz gemütlich ausklingen. Die Sonne kam wieder heraus und tauchte den Abschluss der Veranstaltung in warmes Licht, während auf der Bühne im Inneren des Schiffes die Musiker für eine richtig fetzige Stimmung sorgten. Ein schöner Abschluss mit Respekt für die durch das Lindauer Tagungsbüro vollbrachte Arbeit.

 

Aber wie das so ist, nach der Tagung ist vor der Tagung…

Für die 4. Wirtschaftswissenschaftliche Tagung waren 18 Nobelpreisträger sowie 350 Studenten und hohe Prominenz angekündigt. Der Deutsche Bundespräsident Christian Wulff und andere Politiker sollen kommen. Somit ist bei dieser Veranstaltung schon im Vorfeld mit hoher Polizeiaktivität zu rechnen. Es soll Demonstrationen gegen diese Veranstaltung geben. Und so war es auch.

Diesen Dienst teilten sich auf: Gerhard, Toni, Brigitte, Ling-Ling, Jürgen, Florian S.

Der Eröffnungsnachmittag am Dienstag wurde geprägt durch die Rede von unserem Bundespräsidenten Christian Wulff, welche dann durch alle Nachrichtensendungen veröffentlicht wurde und eben für viel Aufsehen sorgte. Hier wurde die Dienstmannschaft durch den Rettungsdienst mit Notarzt verstärkt. Es gab aber, wie zu erwarten, keine besonderen Vorkommnisse. Mittwoch, Donnerstag und Freitag verliefen ebenfalls sehr ruhig, lediglich ein paar Pflaster, Auskünfte über Apotheken und Blutzuckermessungen waren erforderlich. Am Samstag fand die Abschlußveranstaltung am Tage unseres Betriebsausfluges statt. Jürgen, Ling-Ling und Brigitte übernahmen diesen Part. Hier der Bericht von Jürgen:

Unser Dienst im Rahmen des Abschlussausfluges der Tagungsteilnehmer begann in Lindau zwar regnerisch, verlief aber anfänglich recht ruhig und unspektakulär.
Die Abschlussveranstaltung fand in der Universität in St. Gallen statt und dort trafen wir auf ein Rettungsteam eines schweizerischen Rettungsdienstunternehmens, welches ausschließlich für die notfallmedizinische Betreuung des Gastredners, Finanzministers Schäuble zuständig war.
Nach dem gemeinsamen Mittessen ging es mit dem Bus nach Rorschach und dort auf das Bodenseeschiff Graf Zeppelin zur Insel Mainau. Das Wetter besserte sich Zusehens. Auf der Mainau haben wir drei Sanis die Insel selbstständig ausgekundschaftet. Dabei fand besonders das Schmetterlingshaus und das sehenswerte Blumenmeer der Insel unser Interesse. Die Rückfahrt von der Mainau nach Lindau begann auf dem Schiff sehr ruhig. Leckeres Essen und eine tolle Zweimann-Band sorgten für eine angenehme und dann auch rhythmisch ausgelassene Stimmung bei den Tagungsteilnehmern.

Für uns Sanis endete die Ruhe abrupt, nachdem wir zu einem Notfall auf das Oberdeck gerufen wurden. Eine 30-jährige Chinesin klagte über plötzliche und starke Schmerzen im Brustbereich. Da wir unser gutes und übliches Equipment dabei hatten, konnten wir eine vernünftige Versorgung durchführen. Zur weiteren notwendigen Diagnostik sahen wir uns gezwungen, dem Kapitän um einen Zwischenstopp bei der nächsten Anlegestelle und der Alarmierung des Rettungsdienstes dort hin zu bitten. Der Transport der Patientin vom Schiff durch uns und die Übergabe an den Rettungsdienst noch auf dem Landungssteg in Kressbronn klappte reibungslos, so dass wir die Schifffahrt fortsetzen konnten. Wir waren gerade dabei das Patientenprotokoll aus zu füllen, als wir auf die Tanzfläche gerufen wurde. Allerdings war nicht unser tänzerisches, sondern wieder unser medizinisches Können gefragt. Einer Tänzerin wurde wohl im Tanzfieber und mit viel Schwung ein Absatz auf den Fußrist platziert, was zu recht ausgeprägten Schmerzen führte. Raus aus dem Tanzgewühle, entsprechende Lagerung, Kühlung und die notwendige Betreuung sollten die Situation bis zu unserem Einlaufen in den Lindauer Hafen erheblich verbessern. Dort konnten wir die Betroffene auf eigenen Wunsch und mit einigen Verhaltenstips der Verletzung entsprechend in das Lindauer Nachtleben "entlassen".

Was anfänglich sehr ruhig anfing entwickelte sich dann doch noch zu einigen schweißtreibenden Aktionen für uns Sanis. Wir sind uns aber einig, dass es ein schöner Diensttag für uns war und die Notwendigkeit eines Sanitätsdienstes wieder einmal mehr verdeutlichte.

Bericht: Charly Wimbauer, Jürgen Reich

Bilder: Jürgen Reich,  Nobel Lindau

 

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